Mir macht es Spaß Methoden einzusetzen. Ich plane meine Seminarabläufe sehr präzise.
Ich verbringe Stunden oder auch Tage damit, die Veranstaltungen zu konzipieren. Mit großer Begeisterung denke ich über Lernziele und Inhalte nach, wälze Methodenbücher und checke den jeweiligen Zeitbedarf. Manchmal arbeite ich auch noch mit Partnern am Konzept. Im nächsten Schritt gestalte ich FlipCharts und suche die Materialien zusammen, die beim aktivierenden Lernen nicht zu unterschätzen sind: Spiele, Karten, Papier, Bälle, Figuren, Stifte etc. etc. etc. Daran habe ich viel Spaß.
Dann kommt der Seminartag. Alles ist bereit, die Veranstaltung kann beginnen. Die Teilnehmer steigen auf das Programm voll ein. Ich beobachte die Teilnehmer, versuche mich aber zurückzuziehen, damit die Teilnehmer einzeln oder in der Gruppe entspannt arbeiten können. Bei manchen Aufgaben schicken mich die Teilnehmer auch einfach weg: alles ist geheim, die Auflösung erfolgt nach der abgesprochenen Zeit im Plenum. Na gut!
Bei der vorsichtigen Anfrage, ob nicht vielleicht doch jemand eine kleine, eine klitzekleine Frage habe, muss ich mich fast in Deckung bringen, um nicht mit Wurfgeschossen aus dem Raum vertrieben zu werden. Alles ist ja so geheim. ![]()
Manchmal schmolle ich dann herum: “Menno, mir is’ langweilig!” – Keine Chance, wenn die Aufgabe klar ist und die Teilnehmer arbeiten, dann muss ich mich in Geduld üben.
In der letzten Woche betrat ich morgens den Seminarraum und am Whiteboard stand einfach nur ein ‘Herzlich Willkommen’ – Das hatte jemand am Abend aufgeschrieben. Nette Idee, nicht schön ausgeführt, weil die Farben und Strichstärken für Whiteboard-Marker nur begrenzt sind, aber immerhin.
Während meine Teilnehmerinnen lautstark eine intensive Wiederholungsübung bearbeiteten (“Speed-Dating” – s. Blogposting XING-Wolfenbüttel), vervollständigte ich das Tafelbild. Die Teilnehmer fanden es lustig. Na bitte, frühlingsfrisch!
Was machen Sie denn, während Ihre Teilnehmer so aktiv arbeiten, dass Sie überflüssig sind?

