Archive for the ‘Rezensionen’ Category

Rezension – Follow me! von Anne Grabs und Karim-Patrick Bannour

Mittwoch, Oktober 5th, 2011

follow_meMeine Rezension des Buches „Follow me! – Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co.”.

Kein typisches Trainerbuch, kein Buch, das sich speziell mit Trainermarketing beschäftigt. Warum stelle ich das Buch trotzdem hier in meinem Blog vor?
 Ich betrachte es als aktuelles Grundlagenwerk zum Thema. Das Buch erklärt einerseits die Theorie, hinter den Tools und Plattformen, andererseits hält es erfolgreiche Beispiele bereit, die die positiven und negativen Seiten dieser Form des Marketings zeigen.
Unter Trainern ist das Thema Social Media Marketing bisher weniger vertreten. Schade, bietet es doch viele Möglichkeiten.
Warum stelle ich das Buch hier vor, schließlich verkleinert es doch den Vorsprung, den ich mir in den letzten Jahren online erarbeitet habe? Ich muss das Thema oft erklären und dazu auch noch, warum ich mich dafür entschieden habe. Warum nicht mal einen Buchtipp dazu?
Das Buch geht in locker geschriebener Weise auf die Grundlagen ein und lässt den Leser nicht alleine mit vielen Fragezeichen und dem Hinweis auf: Suchen Sie sich einen Berater.
Vielmehr lädt es zum Ausprobieren ein, verschweigt aber nicht die Gefahren.

Die Autoren beginnen bei grundsätzlichen Regeln, konkretisieren dann diese Erkenntnisse in der Frage, warum eine Social-Media-Strategie sinnvoll und zielführend ist. Dabei darf das Social-Monitoring und das Online-Reputation-Management nicht fehlen. Kurz: Woher erfahren Sie, was man im Netzt über Sie schreibt?
Dabei gehen die Autoren auch darauf ein, was Sie tun sollten, wenn es negative Kommentare zu Ihnen oder Ihrer Marke im Netz gibt. Dieser Bereich ist sehr gut platziert zu Beginn des Buches und vor der Vorstellung der unterschiedlichen Tools. Die Gefahren sind nicht zu unterschätzen. Die Autoren verdeutlichen, wohin es führt, wenn man mit Kritik falsch umgeht.

Es folgen sehr wertvolle Tipps zum Bloggen und Twittern und warum Sie sich unbedingt damit beschäftigen sollten. Auch wenn ich bereits beides seit zwei Jahren sehr aktiv nutze, habe ich hier sehr interessante Ansätze gefunden, wie ich beides noch optimieren könnte.
Im weiteren Verlauf werden alle relevanten Plattformen angesprochen, und deren Vor- und Nachteile für den möglichen Einsatz diskutiert. Sicherlich könnte man noch intensiver auf die einzelnen Plattformen eingehen. Das würde aber den Rahmen des Buches sprengen, da es mittlerweile für die einzelnen Plattformen auch jeweils Grundlagenwerke gibt, so dass hier an dieser Stelle die Informationen völlig ausreichen.

Folgende Hinweise entnehmen wir dem Klappentext zu den einzelnen Themen:

  • Facebook, Twitter, Youtube, Flickr, XING uvm.
  • Alle wichtigen deutschsprachigen Plattformen
  • Social News Sites, Podcasts, Blogs, Foren
  • Social-Media-Strategien
  • Social Media Monitoring und Online Reputation Management
  • Online Relations und Empfehlungsmarketing
  • Social Sharing
  • Mobile Social Web
  • Crowdsourcing

Also alles, was das Herz begehrt zusammengetragen in einem Buch. Damit die Informationen auch immer auf dem tagesaktuellen Stand sind, gibt es eine Webseite zum Buch mit weiteren Informationen. Sehr gut!
Ich höre schon den Aufschrei der Agenturen: „Nein, das geht nie ohne uns!” – Sicher, etwas, das beim Lesen deutlich wird, ist, dass es eine ganze Menge Zeit kostet, die einzelnen Social-Media-Tools ans Laufen zu bekommen und dranzubleiben. Deshalb kann dies für viele ein Einstieg in das Thema sein, sich nach der Lektüre des Buches gezielt eine Agentur zu suchen. Andererseits, wenn man verrückt nach diesem Thema ist, so wie ich und nichts abgeben möchte, was Spaß macht, dann kann dieses Buch dabei helfen, ein bisschen Ordnung zu schaffen. Vielleicht auf Dauer auch ein bisschen Zeit zu sparen im Blog, auf Twitter, Youtube und anderen Plattformen. Auch wenn mir Kollegen sagen: „Wow, Du bist ja schon ganz schön viel vertreten und sehr aktiv!” – Dann muss ich sagen, dass ich trotzdem viel aus diesem Buch herausziehen kann. 
Es wird sicher einige Zeit dauern, bis ich die ganzen als wichtig markierten Hinweise abgearbeitet habe. ;-)

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Nicht umsonst nennt man mich “Miss PostIt-Notes”!

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Fazit: Wer sich schon immer mal mit dem Thema auseinandersetzen wollte, und einen umfassenden theoretischen und praktischen Ansatz für sein kleines Unternehmen sucht, der ist hier sehr gut aufgehoben.
Kaufen!

Follow me!: Social Media Marketing mit Facebook, Twitter, XING, YouTube und Co. Inkl. Empfehlungsmarketing, Crowdsourcing und Social Commerce (Galileo Computing)

Jetzt neu!
Unser Vortrag zum Thema “Social Media in der Einzelunternehmung”:
“Sind Sie nicht Frau Dirks? – Wie ich Social-Media in meinem kleinen Unternehmen umsetze”
Nehmen Sie einfach Kontakt zu mir auf! –> kontakt@apprenti.de

Rezension – Die METALOG-Methode von Tobias Voss

Donnerstag, September 29th, 2011

metalog„Oh, wie schön, ein METALOG-Buch!“ denke ich, während ich nach dem Buch in der Buchhandlung greife. „Hypnosystemisches Arbeiten mit Interaktionsaufgaben? Heimatland!“ ich lasse das Buch sinken. Was ist denn das bitte für ein Untertitel? Ich erwartete ein Buch, das mir noch weiteren Aufschluss geben sollte, über die tollen Trainingstools, die ich schon seit Jahren einsetze. Zum Glück ist das Buch nicht eingeschweißt und ich beginne im Buch zu blättern. Ich lese ein bisschen quer und bin sofort versöhnt. Na, das ist ja noch mal gut gegangen, Herr Voss! Mir gefällt die lockere Erzählweise von Herrn Voss, den ich im Buch wiederfinde, obwohl ich ihn nur ein einziges Mal auf der Didacta vor ein paar Jahren erlebt habe. Das gefällt mir sehr gut und ich weiß, dass ich die METALOG-Tools bereits in diesem Sinne einsetze. Sehr positiv am Prolog ist, dass der Autor die einzelnen Fachbegriffe erklärt: Was ist überhaupt hypnosystemisch? Selbst der Name „Metalog“ wird erklärt und ich verstehe, was der Untertitel im Zusammenhang mit der Unternehmensidee bedeutet. Versöhnt, versöhnt!

Der Autor erläutert im 1. Kapitel die Interaktionsaufgaben als ganzheitliches Lernkonzept und ich finde meine Erfahrungen aus meiner erlebnispädagogischen Zusatzausbildung hier vertreten. Gut, dass ich noch mal wieder bewusster auf die Übungen schaue. Im Laufe der Zeit geht hier schon manchmal die Sorgfalt verloren und ich merke, dass ich die Übungen nach der Lektüre des Buches wieder bewusster einleite und auswerte, was für den Lernprozess sehr wertvoll ist. Sehr lebendig sind die Beispiele aus der Trainingspraxis, die der Autor anführt. Einige Situationen sind mir sehr bekannt. Sehr hilfreich finde ich die zusätzliche Nutzenargumentation für den Einsatz der Interaktionsaufgaben. Kennen wir nicht alle die Kritiker, die uns oft ungläubig anschauen im Seminar, wenn wir eine Interaktionsaufgabe anleiten?

Weiterhin sehr hilfreich in diesem Buch sind die Ausführungen zum „Timing der Auswertungsfragen“: Das Modell des 3-phasigen Übergangs. Ich habe das in der Auswertung bei meinem letzten Einsatz der METALOG-Tools in verschiedenen Gruppen gleich einmal ausprobiert und bin sehr erstaunt, wie viel mehr ich damit aus den Übungen „herausholen“ kann, bzw. die Teilnehmer für sich herausholen können.

Das 3. Kapitel ist komplett dem Thema “Teamentwicklung” gewidmet. Hier werden Leser fündig, die schwerpunktmäßig in diesem Bereich arbeiten. Das Kapitel ist auch wieder an einem konkreten Trainingsbeispiel ausgeführt.

In Kapitel 4 geht es um die Vorstellung und den konkreten Einsatz einzelner METALOG-Trainingstools: Systeaming, Teamquadrat, KultuRallye, Wortspiel, Heartselling und Tower of Power. Sehr gut gewählt ist hier die Darstellung der Tools in der Tabelle, die jeweils die Methode und  die „echte“ Welt gegeneinander abgrenzt. Das hilft dem Trainer bei der Inszenierung der Aufgaben. Bei mir regt es die Phantasie zum Einsatz der Tools an. Das muss aber jeder Leser selbst ausprobieren.

Kapitel 5 hält ein paar Checklisten für Inszenierung und Praxistransfer bereit.

Ich finde, ein rundum gelungenes Buch für den noch zielgerichteteren Einsatz der METALOG-Trainingstools. Weiterhin beflügelt es meine Phantasie, als Trainerin, die Tools noch für zusätzliche Themen zu nutzen, z.B. für Fachthemen.

Ein Hinweis noch: Grundlage für das Buch ist nicht, dass man bereits die METALOG-Trainingstools einsetzt. Ganz im Gegenteil, das Buch verdeutlicht, welches Tool für die eigene Arbeit sinnvoll sein kann.

Fazit: Kaufen!

Die METALOG Methode: Hypnosystemisches Arbeiten mit Interaktionsaufgaben

Rezension – Trainings planen und gestalten von Petra Nitschke

Montag, Juni 27th, 2011

Professionelle Konzepte entwickeln
Inhalte kreativ visualisieren
Lernziele wirksam umsetzen

Das sind die Untertitel und ich höre: “Aha, schon wieder ein kreatives Buch in der Rezension!” – “Ja, klar!” :-)

Ich wurde auf das Buch aufmerksam, weil der Workshop von Petra Nitschke auf dem Trainerkongress in Berlin am 12.03.2011 den Titel trug: “Visuelle Trainingsplanung – Vom Regiebuch zum Storyboard”. Ja super, sofort hin da. Wieso war mir das vorher nicht aufgefallen? – Sicher, weil ich auf den Buchtitel nicht reagierte, habe ich doch bereits mehr als eine Idee, wie ich meine Trainings konzipiere.

Ein paar Fotos mit Beispielcharts zu verschiedenen Fachthemen aus dem Workshop. Das hat mich so neugierig gemacht, dass ich spontan das Buch kaufen MUSSTE:

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Diese Planung hat mich am meisten beeindruckt.

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Ein schönes Layout, das ich auch so jetzt schon häufiger mal eingesetzt habe.

Zum Buch:

Das Buch von Petra Nitschke bedient sowohl Anfänger, als auch Profis im Trainerberuf. Das Buch widmet sich in der Grundstruktur vier Elementen der Trainingsplanung: Zielsetzung, Planung, Gestaltung und Auswertung. Wobei die Schwerpunkte bei der Planung und der Gestaltung von Trainingskonzepten liegen. Das empfinde ich aber auch als sehr angemessen.

Ein kurzer Einblick in die einzelnen Elemente:

Zielsetzung – Ich bin jetzt seit 13 Jahren Trainerin und die Beschäftigung mit Lernzielen gehört einfach zum Traineralltag. Mit meinen Kunden erarbeite ich die Lernziele, aber die Operationalisierung, wie sie in den AdA-Kursen von der IHK gefordert wird, die habe ich über die Jahre hinweg meinen Belangen angepasst. Petra Nitschke scheint dies zu ahnen, denn sie widmet diesem Thema zu Beginn gleich ein paar motivierende Seiten, so dass ich noch mal über die Operationalisierung nachdenke. Zwar anders als damals, aber ebenso präzise. Ich bin sicher, dass dies meinen Teilnehmern zugute kommt. :-)

Planung – Petra Nitschke steigt ein, indem sie die Trilogie des Planens erklärt:

“Vom Thema zum Inhalt, vom Inhalt zum Regiebuch und vom Regiebuch zum Storyboard – eine Dramaturgie in drei Akten,” schreibt sie in der Einleitung des Kapitels.

Damit saugt sie mich sofort in das Buch hinein, denn die Begriffe aus dem Theater unterstützen meine Idee der Verknüpfung von Lernen und Unterhaltung und somit folge ich ihr durch die logische Entwicklung der Trainingsplanung:

1. Akt – Vom Thema zum Inhalt
2. Akt – Vom Inhalt zum Regiebuch
3. Akt – Vom Regiebuch zum Storyboard

Und in genau diesem 3. Akt fühle ich mich sehr wohl, weil es dort um die wirklich visuelle Planung geht.
Sicher erscheint diese Vorgehensweise manchem Trainer aufwendig und nicht in allen Punkte sinnvoll, doch gerade mit dieser Vorgehensweise sichert die Autorin das Erreichen der Lernziele ab. Ich sehe auch Parallelen zu meinem Planungsablauf als Lehrtrainerin für “Accelerated Learning”.
An dieser Stelle könnte man sich streiten, ob es besser ist, ein erfahrener Trainer zu sein, der seine Arbeitsweise in Bezug auf die Seminarplanung überdenkt, oder aber ein unerfahrener Trainer, der es gleich von Beginn an richtig macht und seine Arbeit fundiert durchdenkt.
Ich kann nur für mich sprechen, denn ich habe bei einzelnen Konzepten bereits einige Punkte verändert und habe auch überlegt, wie ich das Thema Storyboard-Entwicklung noch intensiver für mich nutzen kann. Als visueller Mensch spricht mich das auf jeden Fall sehr an. :-)

Gestaltung – Diesen Absatz möchte ich mal mit dem auf Twitter fürs Schwärmen verwendeten Begriff *hach* einleiten: “Bilder & Charts gestalten” ist die Überschrift und beim Durchlesen der Inhaltsangabe dieses Kapitels laufe ich gedanklich schon mal los und hole Papier und Marker. Das Kapitel enthält die Überschriften:

“Bildsprache entwickeln”: Die Gestaltung von Texten und Headlines wird erläutert. Ebenso der Einsatz von Grundformen, Textboxen, Bildern & Symbolen sowie Figuren. Mein persönliches Highlight ist außerdem das kleine Bildvokabelheft für Trainer. Hier habe ich selbstverständlich auch schon wieder Elemente für meine Arbeit herausgezogen. :-)

“Basistechniken”: Wie in anderen Gestaltungsbüchern gibt es hier Informationen zu Schriftbild, Farbe und Co. Meiner Meinung nach gehört das Kapitel einfach dazu, denn die Leser besitzen ein unterschiedliches Vorwissen, so dass sie hier gut abgeholt werden.

“Von der Skizze zur Zeichnung”: Ein Thema, das immer noch wichtig ist – für mich zwar völlig unverständlich, welche Materialien werden zur Visualisierung benötigt. Keine Frage, das Kapitel passt hier hin, weil Frau Nitschke wahrscheinlich ebenso die Erfahrung gemacht hat, dass manche Trainer sich bisher keine oder nur wenig Gedanken über Marker und Papier gemacht haben. Auf jeden Fall wichtig für Anfänger in diesem Bereich.

“Schritt in die Mediengestaltung”: Ein weiteres wichtiges Kapitel, was sich nicht nur für die Gestaltung von FlipCharts oder Folien beschränkt, sondern bei dem es auch um Layouts für Teilnehmerunterlagen und Websites geht. Sehr gelungen und gut visualisiert. Es erklärt auch in Grundzügen, wie Gestalter denken und warum man Ihnen Ihre Webseite eben so gestaltet hat, wie sie vom gestalterischen Standpunkt her sein sollte. Ein Schritt in die richtige Richtung und ein Fest für visuelle Menschen. ;-)

Der Kreis schließt sich mit dem Punkt “Auswertung” – Hier fällt auf, dass der Fokus nicht darauf liegt, welche Methoden es allgemein zur Auswertung von Seminaren gibt, sondern der Umstand der Auswertung des Seminars aus Trainersicht. In dieser Klarheit habe ich das bisher in keinem Buch gefunden. Dazu gehört einerseits das Teilnehmerfeedback, zusätzlich aber auch noch die Selbstreflexion des Trainers. Gefolgt von Hinweisen zur Konzeptanpassung. Das, was man vielleicht gerne mal auf “Demnächst!” verschiebt.

Fazit: Eine Runde Sache, dieses Buch. Ja, da haben wir wieder mal das Fazit “Kaufen!”. :-)
Ein kleiner Hinweis noch, Sie sollten ein Grundinteresse am Thema Visualisierung mitbringen, sonst könnte es vielleicht den visuellen “Overflow” bedeuten. Als visueller Mensch empfehle ich aber absolut die Arbeit mit diesem Buch. Es lohnt sich.

Trainings planen und gestalten: Professionelle Konzepte entwickeln, Inhalte kreativ visualisieren, Lernziele wirksam umsetzen

Dies ist die Ergänzung zum Buch, wer gerne alle Formulare, Checklisten und Vorlagen hätte, die im Buch vorgestellt werden, der sollte sich dies anschauen: Trainings planen und gestalten

Sicher geht es auch ohne, aber für den Fall, dass… ist hier vorgesorgt:

P.S.

Eine Info für alle Interessenten oder Mitglieder  des Trainertreffens:

Am 01.07.2011 gibt Petra Nitschke im Rahmen des Trainertreffens Hannover einen Workshop zum Thema. :-)

Mehr Informationen finden Sie hier.

Rezension – Visual Tools von Markus Wortmann

Dienstag, Juni 21st, 2011

Schon wieder ein Buch über Gestaltung, Frau Dirks?

Ja, denn ich finde, dass Trainer/in davon nicht genug haben kann! :-) Vor einigen Jahren habe ich in Hannover im Rahmen des Trainertreffens mal an einem Mini-Workshop mit Markus Wortmann teilgenommen. Das hat mich sehr begeistert. Ich habe viel aus diesem kurzen Workshop mitgenommen, was ich jetzt auch noch zur Gestaltung von FlipCharts einsetze. Zwar bin ich in Bezug auf die Männchen “abtrünnig” und nutze die Bikablos ;-) , trotzdem möchte ich aber unbedingt meinen Trainerkollegen dieses Buch empfehlen.

Was gefällt mir dann so gut an diesem Buch?

Markus Wortmann beginnt in seinem Buch nicht nur mit einem VorWort, sondern auch mit einem VorBild. Dieses VorBild hat mich sowohl im Workshop, als auch beim Aufschlagen des Buches begeistert. Er stellt die Frage, ab wann ein Bild ein Bild ist. Wir sollen die einzelnen Momente des Entstehens auf uns wirken lassen, um den Moment zu beobachten, an dem etwas “passiert”, in dem das eigentliche Bild entsteht. Das passiert ziemlich schnell und nicht nur bei mir entsteht der Gedanke: “Ach, das ist ja ganz einfach! Das kann ich auch!” – Bingo. Volltreffer. Die Idee, dass man vielleicht doch selbst zeichnen könnte, schleicht sich langsam ein. Die Visualisierung auf jeder Seite, mit soviel Erklärung wie nötig und soviel Visualisierung, wie möglich lässt den Leser augenblicklich selbst zu Papier und Marker greifen, die ja bei Trainern immer griffbereit liegen…;-) …oder ist das nur bei mir so?

Gut die Hälfte des Buches ist den Markerfiguren von Markus Wortmann gewidmet, die Schritt für Schritt in den für Trainer gebräuchlichsten Haltungen und Bewegungen erklärt sind. Hier kann sich jeder die Figuren zusammenstellen, die er für die eigene Visualisierung benötigt.

Auf keinen Fall darf in einem Buch über Visualisierung die Beschäftigung mit dem Thema “Schrift” fehlen. Präzise wird hier noch mal erläutert, wie der Marker über das Papier zu führen ist, um besonders gut lesbare FlipCharts zu gestalten.
Es folgt eine kleine Bibliothek weiterer Figuren und ein Hinweis auf den Einsatz von Farben. Auch ein Thema, das in einem Buch über Visualisierung nicht fehlen darf.

Ein ganz wichtiger Bereich für mich war außerdem das Kapitel “Layouten und Gestalten von Flächen”, das mir nicht immer ganz leicht fällt und wozu ich gerne immer wieder weiteren Input hätte. Bei der Vielzahl FlipCharts, die ich so übers Jahr gestalte, wird mir immer wieder mal langweilig. Mit den kleinen Hilfsmitteln, die Markus Wortmann uns in diesem Kapitel mit an die Hand gibt, kann man nach Lust und Laune herumprobieren und findet selbst immer wieder neue Varianten für das Layout.

Fazit: Kaufen! Kaufen! Kaufen! Aber: Auch gleich die RICHTIGEN Marker :-)  bereitlegen, da macht das Lesen des Buches noch viel mehr Spaß! :-)

Visual Tools – visualisieren leicht gemacht!: Die Kraft der Bilder für Menschen im Wirtschaftsleben

Rezension: Neu präsentieren – Gerriet Danz

Mittwoch, April 20th, 2011

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Wieder ein Präsentationsbuch, Frau Dirks?

Das Thema ist für mich durch die Betreuung von Abschlusspräsentationen der Fortbildungsteilnehmer zur Zeit besonders aktuell.

Höchst aufmerksam laufe ich aus diesem Grund auch durch Buchhandlungen und werde von Neuerscheinungen oder neueren Büchern zum Thema magnetisch angezogen.

Gerriet Danz bringt eine – wie ich finde – bisher vernachlässigte Komponente mit hinein: die Tatsache, dass Präsentationen etwas verkaufen sollen. Was bietet sich besser an, als Erfolgsmethoden aus der Werbung anzuwenden? Selbst als erfahrener Trainer können Sie hier fündig werden.

Im ersten Teil des Buches sind allgemein bereits viel beachtete Grundlagen-Themen angesprochen. Im Unterschied zu anderen Präsentationsbüchern reichert der Autor dies mit Beispielen aus der Werbung an. Mich hat es dazu angeregt, mein eigenes Präsentationsverhalten hinsichtlich der Grundlagen noch mal zu überprüfen.
Viele Dinge setzen wir als erfahrene Präsentatoren bereits um. Aber ist das wirklich so? Erinnert uns diese Weigerung nicht an Teilnehmer am Verkaufstraining, die schon alles wissen, sich aber bei nächster Gelegenheit am aktuellen Kunden aufreiben und scheitern? Seien wir ehrlich und reflektieren einmal langjährige Lässigkeiten im Umgang mit unseren eigenen Präsentationen.

Endgültig in die Welt der Werbung, unterstützt von Aufgaben und sehr praxisnahen Beispielen, entführt uns Gerriet Danz mit den 18 Werbeerfolgstechniken für Präsentatoren. In meinem Kopf laufen sofort Filme zum Optimieren eigener Präsentationen ab.

Am Ende des Buches liefert er noch “30 Chili-Ideen fertig zubereitet für Ihre Präsentation”. Ideen mit der richtigen Würze für Ihre nächste Präsentation zu den TOP 30 der Businessthemen von A-Z. Alle diese Ideen haben sich bereits in der Praxis bewährt und können genau, wie beschrieben, einfach in der nächsten eigenen Präsentation eingesetzt werden. Persönlich betrachte ich diese Ideen als Anreiz für meine eigene Kreativität.

Fazit: Kaufen! Auch – nein, gerade – als Profi!

Neu präsentieren: Begeistern und überzeugen mit den Erfolgsmethoden der Werbung

Frau Dirks mag Inglisch-Books

Freitag, April 15th, 2011

Mein Bücherschrank enthält ganz wundervolle englischsprachige Trainerbücher.
Ich sollte mal eine Rezension schreiben für ein englisches Buch. Wäre es nicht gut, dies in Englisch zu tun?

Grundsätzlich ja, aber ich gehöre zu den “Englisch-nur-Lesern” und ich vermeide Situationen, in denen ich Englisch sprechen muss. Das habe ich einem schlechten Englischlehrer in der 7. Klasse zu verdanken, der mir die Sprache mit schlechtem Unterricht verleidet hat.
Dennoch bin ich in der Lage englische Bücher zu lesen. Ich schätze die Klarheit, die gerade englische Fachbücher bieten. Einfache klare Sprache. Sehr nach meinem Geschmack.
Jetzt möchte ich von meinen Erfahrungen berichten. Die Lösung: Ein Videobeitrag, der mir irre viel Spaß gemacht hat.
Vielleicht gelingt es mir ja, Sie auch in deutscher Sprache für diese schönen englischen Bücher zu begeistern?

Haben Sie auch interessante Trainerbücher in anderen Sprachen gelesen?

rezension_englisch1_blog

Hier sofort bestellen:

Creative Learning: Activities and Games That Really Engage People (Essential Tools Resource)

Social Media for Trainers: Techniques for Enhancing and Extending Learning (Essential Tools Resource)

Slide: ology: The Art and Science of Presentation Design

Ach, ich sehe soeben, dass es das Buch auch auf deutsch gibt! Wahrscheinlich war ich einfach zu schnell und musste das Buch unbedingt haben:

slide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln

Rezension: Das kleine, feine Präsentationsbuch – Robin Williams

Montag, März 28th, 2011

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Ein neues Präsentationsbuch für Anfänger? Brauche ich so was überhaupt als Trainer?

Ein bisschen Skepsis ist dabei, als ich das Buch in der Buchhandlung durchblättere. Anleitungen für gute Präsentationen und zum Umgang mit PowerPoint befinden sich in großer Anzahl in meinem Bücherschrank. Beim Durchblättern einige Minuten später fällt mir der Name der Autorin ins Auge und ich erinnere mich, dass ich bereits drei ganz hervorragende Bücher dieser Autorin in meinem Bücherschrank habe: The Non-Designer’s Design Book , Design & Typografie … für Dich!: Die überraschend einfachen Gesetze guten Designs und Robin Williams Design Workshop.
Kaufgrund Nr. 1: Pure Begeisterung dafür, dass Robin Williams die Welt der Zuhörer bei einer Präsentation etwas bunter und wohlgestaltet macht.

Ich gebe zu, dass es mich sehr begeistert, wenn mich der Präsentierende mit visuell sehr ansprechenden Folien überrascht, denn die mittlerweile klassische PowerPoint-Präsentation kann ich nicht verhindern, ich kann aber die Menschen, die sie vorbereiten müssen etwas sensibler machen für die Visualisierung im Rahmen der Präsentation.

Robin Williams wendet sich mit ihrem Buch schwerpunktmäßig an „Alle, die zum ersten Mal präsentieren und es gleich ganz richtig machen wollen” (so steht es auf dem Umschlag). Genau das macht sie auch. Dabei legt sie sich nicht auf eine bestimmte Präsentationssoftware fest, egal, ob Sie mit einem PC oder einem Mac arbeiten.
Ziel des Buches ist, dass Sie den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Präsentation erkennen. Die Autorin erklärt, wie Sie eine Präsentation planen, skizzieren und erstellen. Ganz nebenbei lernen Sie vier Grundregeln für eindrucksvolle Präsentationen, vier Grundregeln für gute Folien, die alles genau auf den Punkt bringen und gute Tipps für Diagramme, Tabellen, Animationen und Filme.

Robin Williams erklärt im 1. Kapitel, was vor der Gestaltung am Computer passiert. Sie beschreibt, wie die Planung mit Papier und Stift aussehen kann, gibt Tipps zur Struktur der Präsentation.

Im 2. Kapitel beschäftigt sie sich mit der Ausgestaltung der Inhalte. Sätze wie „Straffen Sie den Text!” und „Verzichten Sie auf alles Überflüssige!” bilden den Kern der Präsentation. Ergänzt wird das Kapitel mit Hinweisen zu Animation und Handlung.

Erst im 3. Kapitel spricht sie die Gestaltung der Folien an, wobei sie hier Grundregeln für Gestaltung ganz allgemein sehr beispielhaft, farbig und verständlich erklärt.

Im letzten Kapitel gibt sie zusätzliche praktische Tipps und beschreibt sehr anschaulich „Regeln, die Sie ignorieren sollten!” :-)

Ich habe mittlerweile einige Jahre Erfahrungen mit dem Thema Präsentationen gesammelt. Trotzdem habe ich  – gerade aus dem gestalterischen Kapitel – viele Anregungen für eigene Präsentationen umsetzen können. Aus diesem Grund kann ich die Frage, ob man als erfahrener Trainer dieses Buch braucht, mit einem klaren „Ja!” beantworten. Ich wünschte, viel mehr Trainer- oder Dozentenkollegen würden diese Tipps von Frau Williams auch beherzigen, dann gäbe es schon mal grundsätzlich weniger Langeweile in den Kursen. ;-)

Ich empfehle das Buch auch gerne meinen Teilnehmern aus den Fortbildungskursen  „Handelsassistent” und „Handelsfachwirt”. Am Ende der Fortbildungen steht eine mündliche Prüfung mit einer Präsentation an. Hierfür ist das Buch sehr gut geeignet. Der Preis für das reich bebilderte Buch voller Beispiel beträgt 24,80 € und ist damit erschwinglich und absolut gerechtfertigt.
Fazit: KAUFEN! LESEN! BESSER PRÄSENTIEREN! :-)

Das kleine, feine Präsentationsbuch “für Dich”: Für alle, die zum ersten Mal präsentieren und es gleich ganz richtig machen wollen

Rezension: Statusspiele von Tom Schmitt und Michael Esser

Montag, Januar 31st, 2011

Vorweg: Das beste Kommunikationsbuch, das ich jemals gelesen habe!

Ich stelle heute das Buch „Statusspiele – Wie ich in jeder Situation die Oberhand behalte” von Tom Schmitt und Michael Esser vor.

Jeder, der sich mit Kommunikation näher beschäftigt, hat erfahrungsgemäß seine Vorlieben. Besser noch: seinen Lieblings-Kommunikationsguru, dessen Ideen er gerne wiederholt. Bei vielen Trainerkollegen liegt der Schwerpunkt dabei im gesprochenen Wort, weil der Kunde fragt: „Was sage ich genau? Bitte helfen Sie mir und erstellen Sie mir einen Leitfaden!” Einige bevorzugen hauptsächlich Werke zur Körpersprache. Das alles zusammen ergibt ein Bild und ermöglicht einen Rahmen zur Kommunikation. Dennoch fehlte mir immer der Kniff, der wahre praktische Nutzen. Die Spange, die alles umgibt. Der Impuls, der meine Beobachtungsfähigkeit anregt.

Vielleicht liegt es an meiner Affinität zum Impro-Theater, dass ich bei diesem Titel sofort zugegriffen habe. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das Thema „Status” beim Improvisieren oft einer meiner Schwachpunkte ist. Schwachpunkt, einen unterschiedlichen Status einzunehmen und auszuprobieren. Dennoch fasziniert mich das Thema, das Spiel mit dem Status. Etwas, das ich im Alltag mittlerweile ganz bewusst ausprobiere und noch viel lieber beobachte.

Schon in der Einleitung des Buches habe ich viele Erkenntnisse, die meine praktischen Erfahrungen vertiefen. Ich bin erstaunt und frage mich, was da noch kommen kann, denn ich bin gerade auf Seite 22. Ich habe das Gefühl, mein Wissen zum Thema bereits um ein Vielfaches erweitert zu haben. Was kann denn da noch groß kommen zum Status?

Gibt das Thema wirklich so viel her? Meine Antwort ist: JA!

Die Autoren arbeiten beispielhaft am Statusmodell, das die Machtkoordinate enthält, an deren Enden jeweils Durchsetzungsvermögen und Nachgiebigkeit zu finden sind. Die zweite Achse ist die Beziehungskoordinate und an ihren Enden finden wir jeweils die Punkte Ablehnung und Sympathie. Diagonal durch dieses Statusmodell verläuft die Trennlinie zwischen dem tieferen und dem höheren Status. Für beide Positionen gilt, dass sie zunächst nicht „ein bisschen” hoch oder tief sind, sondern immer relativ zur anderen Person klar definiert. Man befindet sich entweder im hohen oder tiefen Status.
Nachdem die Autoren diese Grundbegriffe im Kapitel „Die Status-Arena” geklärt haben, erklären sie die Anwendung des Modells im Alltag, im Beruf und in der Liebe.
Für die „Schlüsselsituationen” des Verhaltens wird der Leser gut gerüstet mit einer neuen Beobachtungsaufgabe in den Alltag geschickt.
Das Buch hält dem Leser den Spiegel vor und macht Lust auf Beobachtungen im Alltag und auf das Ausprobieren. Gerne möchte man protestieren und Ideen hinterfragen, um im nächsten Moment festzustellen, dass die Autoren Recht behalten. Faszinierend! Jede Einkaufstour, jeder Besuch in der Bahnhofshalle und im Café wird zum Spielfeld der Beobachtungen. So sehr hat mich noch kein Kommunikationsbuch zum Beobachten eingeladen.

Fazit: Kaufen! :-)

statusspiele

Rezension: Don‘t eat the Marshmallow … yet! von Joachim de Posada und Ellen Singer

Montag, Oktober 25th, 2010

Der GABAL-Newsletter schlägt mir das Buch vor und mein erster Gedanke ist: „Hm, schon wieder so ein Motivationsschinken von einem selbsternannten Motivationsguru!” und es folgen weitere schlimme Gedanken zu Büchern wie „DIESEN”.
Der Newsletter zitiert den Klappentext:

„Das süße Geheimnis des Erfolgs findet sich in einem kleinen Marshmallow – und in dem Unterschied zwischen Marshmallow-Essern und Marshmallow-Widerstehern…”
Denn – so das Ergebnis der vielbeachteten Marshmallow-Studie der Stanford University – es ist oftmals Erfolg versprechender, das erstbeste Angebot abzulehnen, um das zu bekommen, was man wirklich will. Anhand der Geschichte von Arthur und Jonathan rät uns Joachim de Posada, öfter zuerst einmal ,Nein, danke’ zu sagen, um später das große Los zu ziehen.

Ich merke im ersten Moment gar nicht, dass ich bereits die als pdf-Datei angefügte Leseprobe geöffnet habe. Nein, ich will das nicht lesen, denke ich, während ich den Blick schon nicht mehr vom Bildschirm nehmen kann. Die Geschichte von Arthur und Jonathan nimmt mich gefangen. Viel schlimmer noch: ich entdecke Parallelen zu meinem eigenen Verhalten! In leider nicht wenigen Situationen gehöre ich zu den Marshmallow-Essern. Das erklärt Einiges. Dummerweise genau das, was mich immer schon gestört hat. Mist! Ich fühle mich ertappt!
Die Marshmallows stehen bei mir plötzlich für Schuhe, für Kleidung, für die kleinen Belohnungen des Alltags, die hier und da unkontrolliert und selbstverständlich erscheinen. Manchmal wäre es wirklich besser, zu warten. Das spontan entdeckte Buch bei Amazon bestellt, die Übersprungshandlung in einem Online-Shop nach einer kleinen oder größeren Frustration. Muss das wirklich sein?

In einer weiteren Übersprungshandlung drucke ich das Bestellfax aus und ab geht die Post. Zwei Tage später ist das Buch da und in nicht mal zwei Stunden ist der Lesespaß vorbei. Ich bin voller neuer Ideen, mal innezuhalten und auf meine wirklichen Ziele zu schauen.
Empfehlung: eine Ergänzung zur Zielvereinbarung für Menschen, die die Bilder, sowie praktische und einfache Beispiele aus dem Leben brauchen.

Dieses Motivationsbuch ist ausnahmsweise sehr lesenswert. :-)

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P.S. Die mitgelieferten Marshmallows habe ich allerdings doch schon aufgegessen! Natürlich bevor ich das Buch gelesen hatte. Wie gut, dass ich jetzt Bescheid weiß.

Rezension: Tüte oder so was von Ulrike Sterblich oder: Pflichtlektüre für Verkaufstrainer

Sonntag, August 29th, 2010

Ein tolles Buch, ich habe Tränen gelacht. Ich will es rezensieren. Sollte ich die Rezension nun ins private oder ins geschäftliche Blog stellen? Ich entscheide mich für geschäftlich, da ‘Verkaufen’, ‘Kundenorientierung’ und ‘nervige Kunden’ Stichworte zu meinem Job sind.

„Haben Sie mal ne Tüte oder so was?” – Ulrike Sterblich versucht in ihrem Buch Antworten zu finden, was die Kunden wohl mit ‘oder so was’ meinen. Nimmt typische Kundenaussagen in Verkauf und Dienstleistung aufs Korn. Alltägliches, Kurioses und Ekliges fehlen hier nicht.
Dieses Buch sollten alle lesen, die irgendwie mit Kunden oder Gästen zu tun haben. Ich habe lange und sehr gerne im Verkauf gearbeitet und manchmal vermisse ich es auch. Kundenorientierung und Spaß am Verkaufen standen für mich immer im Mittelpunkt. Dennoch habe ich mich oft gefragt, wann es endlich mal ein Buch gibt, dass die „andere” Seite zeigt. Mal wirklich ‘blöden’ Kunden einen Spiegel vorhalten, damit klar wird, wie dämlich und unnötig schwierig manche Situationen sind, ohne dabei in eine verkäuferische Jammerspirale zu verfallen. Es als Verkäufer einfach mal rauszulassen. Auch mal den Kunden bloßstellen. Ja, das wäre toll! Diesem Buch gelingt dies. 
Die ‘Servicewüste-TV-Reportagen’ mit oft ‘bauernschlauen’ Angriffen auf alle, die im Verkauf oder in der Dienstleistung arbeiten, hält doch keiner mehr aus. Themen, wie „Feilschen”, „Mein gutes Recht als Kunde” machen die Situation nicht einfacher.

Einige Dienstleister verhalten sich falsch, dass weiß ich auch und es ärgert mich.
Dies weniger als Kunde, sondern vielmehr, weil es mir um den Ruf dieser Dienstleister geht. Ich finde es schade und schlussendlich wirkt es sich auf den Umsatz aus. Doppelt schade! Es gibt viel zu tun.

Doch wirklich gute Verkäufer nehmen die besten der dümmsten Kundenbeiträge mit in die Kantine und parodieren sie in der Mittagspause. Es folgt großes Gelächter, denn irgendwo muss man mit diesen Erlebnissen hin, damit man es nicht abends immer erst der Familie oder den Freunden erzählen muss, die oft ungläubig staunen. So kann man schnell wieder kundenorientiert ausgelassen und fröhlich seinen Job machen. Das hat mir immer wieder viel Kraft und Spaß an meinem Job gegeben. Als Trainerin fehlt mir das manchmal etwas, und ich genieße es, wenn meine Teilnehmer in den Verkaufstrainings die neuesten Anekdoten aus den Geschäften berichten. Manchmal bin ich geradezu süchtig danach. An einigen Beispielen kann man sogar auch prima trainieren.
Aktuell zeigt sich aber, dass es immer mehr Energie braucht, ein wirklich guter Verkäufer zu sein. Viele unterschätzen diesen Beruf leider. Schade für den Ruf, denn es ist ein toller Beruf, der viele Kompetenzen fordert.

Warum stelle ich dieses Buch in diesem Blog vor? Was können Trainer damit tun?
Dieses Buch ist notwendig für Trainer, die noch nicht so genau wissen, wie sie ihre krassesten Beispiele in gute Verkaufstrainings einbauen können. Ich arbeite im Verkaufstraining mit Theatermethoden und stelle zwischendurch schräge Situationen vor, die mir einfach damals passiert sind und zwischen dem gesamten ernsten Thema „Verkaufen” für Auflockerung sorgen. Ulrike Sterblich bringt einige der Situationen noch schneller auf den Punkt. Sie bringt mich dazu, meine Ideen noch konkreter zu skizzieren, um sie besser darzustellen. Einige der Situationen könnten aber notfalls auch mal aus dem Buch zitiert werden.

Dieses Buch ist außerdem für die Gruppe der Theorie-Verkaufstrainer, diese, die selbst niemals im Verkauf oder einer Dienstleistung aktiv waren und die Realität nur aus der Kundensicht kennen. Diese Verkäufer-Realität kann man sich hier prima anlesen. ;-)
Denn nur mit vorgegebenen, wünschenswerten Verhaltensweisen kann man kein authentisches Verkaufstraining gestalten.

Ulrike Sterblich zeigt, wie es in der Dienstleistung ist.
Am Ende schreibt sie versöhnlich, dass den Verkäufern aber etwas wirklich Unterhaltsames fehlen würde, wenn es nicht die schrulligen Kunden gäbe, oder die „hohlraumversiegelten Vollkoffer”, wie sie sie nennt. Da muss ich ihr wirklich zustimmen. ;-)

KAUFEN – LESEN – WEITERSAGEN.