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Rezension – Die METALOG-Methode von Tobias Voss

Donnerstag, September 29th, 2011

metalog„Oh, wie schön, ein METALOG-Buch!“ denke ich, während ich nach dem Buch in der Buchhandlung greife. „Hypnosystemisches Arbeiten mit Interaktionsaufgaben? Heimatland!“ ich lasse das Buch sinken. Was ist denn das bitte für ein Untertitel? Ich erwartete ein Buch, das mir noch weiteren Aufschluss geben sollte, über die tollen Trainingstools, die ich schon seit Jahren einsetze. Zum Glück ist das Buch nicht eingeschweißt und ich beginne im Buch zu blättern. Ich lese ein bisschen quer und bin sofort versöhnt. Na, das ist ja noch mal gut gegangen, Herr Voss! Mir gefällt die lockere Erzählweise von Herrn Voss, den ich im Buch wiederfinde, obwohl ich ihn nur ein einziges Mal auf der Didacta vor ein paar Jahren erlebt habe. Das gefällt mir sehr gut und ich weiß, dass ich die METALOG-Tools bereits in diesem Sinne einsetze. Sehr positiv am Prolog ist, dass der Autor die einzelnen Fachbegriffe erklärt: Was ist überhaupt hypnosystemisch? Selbst der Name „Metalog“ wird erklärt und ich verstehe, was der Untertitel im Zusammenhang mit der Unternehmensidee bedeutet. Versöhnt, versöhnt!

Der Autor erläutert im 1. Kapitel die Interaktionsaufgaben als ganzheitliches Lernkonzept und ich finde meine Erfahrungen aus meiner erlebnispädagogischen Zusatzausbildung hier vertreten. Gut, dass ich noch mal wieder bewusster auf die Übungen schaue. Im Laufe der Zeit geht hier schon manchmal die Sorgfalt verloren und ich merke, dass ich die Übungen nach der Lektüre des Buches wieder bewusster einleite und auswerte, was für den Lernprozess sehr wertvoll ist. Sehr lebendig sind die Beispiele aus der Trainingspraxis, die der Autor anführt. Einige Situationen sind mir sehr bekannt. Sehr hilfreich finde ich die zusätzliche Nutzenargumentation für den Einsatz der Interaktionsaufgaben. Kennen wir nicht alle die Kritiker, die uns oft ungläubig anschauen im Seminar, wenn wir eine Interaktionsaufgabe anleiten?

Weiterhin sehr hilfreich in diesem Buch sind die Ausführungen zum „Timing der Auswertungsfragen“: Das Modell des 3-phasigen Übergangs. Ich habe das in der Auswertung bei meinem letzten Einsatz der METALOG-Tools in verschiedenen Gruppen gleich einmal ausprobiert und bin sehr erstaunt, wie viel mehr ich damit aus den Übungen „herausholen“ kann, bzw. die Teilnehmer für sich herausholen können.

Das 3. Kapitel ist komplett dem Thema “Teamentwicklung” gewidmet. Hier werden Leser fündig, die schwerpunktmäßig in diesem Bereich arbeiten. Das Kapitel ist auch wieder an einem konkreten Trainingsbeispiel ausgeführt.

In Kapitel 4 geht es um die Vorstellung und den konkreten Einsatz einzelner METALOG-Trainingstools: Systeaming, Teamquadrat, KultuRallye, Wortspiel, Heartselling und Tower of Power. Sehr gut gewählt ist hier die Darstellung der Tools in der Tabelle, die jeweils die Methode und  die „echte“ Welt gegeneinander abgrenzt. Das hilft dem Trainer bei der Inszenierung der Aufgaben. Bei mir regt es die Phantasie zum Einsatz der Tools an. Das muss aber jeder Leser selbst ausprobieren.

Kapitel 5 hält ein paar Checklisten für Inszenierung und Praxistransfer bereit.

Ich finde, ein rundum gelungenes Buch für den noch zielgerichteteren Einsatz der METALOG-Trainingstools. Weiterhin beflügelt es meine Phantasie, als Trainerin, die Tools noch für zusätzliche Themen zu nutzen, z.B. für Fachthemen.

Ein Hinweis noch: Grundlage für das Buch ist nicht, dass man bereits die METALOG-Trainingstools einsetzt. Ganz im Gegenteil, das Buch verdeutlicht, welches Tool für die eigene Arbeit sinnvoll sein kann.

Fazit: Kaufen!

Die METALOG Methode: Hypnosystemisches Arbeiten mit Interaktionsaufgaben

Bitte nicht auslachen!

Mittwoch, Juli 20th, 2011

Zu Beginn eines Seminars lasse ich die Teilnehmer immer Regeln für unsere Zusammenarbeit erstellen, meistens sieht das dann so aus:

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Manchmal auch so!

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Eine wirklich wichtige Sache, gerade wenn man mehrere Tage zusammen im Seminar verbringt. Sehr hilfreich wenn man sich vielleicht auch über einen längeren Zeitraum hinweg immer mal im Seminar trifft.

Das funktioniert gut.
Wenn es in einigen Situationen nicht so glatt geht, dann kann man mit Hilfe dieser Regeln auch immer wieder leicht auf das Thema zurück verweisen.

Aber ist das Vertrauen wirklich da? Können wir das einfach durch Aufschreiben generieren?
Hier folgt der Härtetest: am letzten Tag im Seminar, am Vormittag, nach dem Checkout aus dem Hotel, nachdem die Reinigungskräfte die Zimmer bereits wieder für die nächsten Gäste gerichtet haben. Showdown!

Schritte auf dem langen Gang vor dem Seminarraum. Leicht schlurfig, aber zielgerichtet. Es klopft.
Die Tür wird vorsichtig geöffnet und der Zivi des Tagungshauses schiebt langsam seinen Kopf in den Raum. Eine leichte Schadenfreude ist in seinem Gesicht abzulesen, aber er hält sich tapfer. Nein, er wird nicht prustend und schallend laut lachend auf der Schwelle zusammenbrechen. Er ist ein Profi und wir sind eine Seminargruppe, die aus gestandenen Männern, echten Kerlen besteht. Vorsichtig tritt er in den Raum hinein und beginnt sein Anlegen vorzutragen:
“Äh, ‘tschuldigung. Die Reinigungskräfte haben hier was an die Rezeption gelegt. Sie müssen das bei Euch in den Zzzimmern gefunden haben.” sagt er, während er langsam hinter seinem Rücken dies hervorzieht:

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Die Gruppe bricht in schallendes Gelächter aus. “SOWAS hat doch keiner!” rufen einzelne, während sie sich noch lachend auf die Schenkel klopfen. Ich grinse, schaue die Gruppe an und versuche herauszufinden, wem es gar nicht nach Lachen zumute ist. Perfekt, niemand zu erkennen. Pokerfaces. Super Schauspieler! Das Training hat sich gelohnt. “Ihr, Ihr seid die einzige Gruppe, die heute abreist. Muss von Euch sein.” ruft er gegen das Gelächter an. “Egal, ich leg’ es mal draußen auf die Kaffeebar.” Mit diesen Worten verlässt er den Raum.

Einige in der Gruppe können das Lachen immer noch nicht abstellen, versuchen es höflich, indem sie sich Taschentücher, oder Pullover in den Mund schieben, nur um nicht mehr aufzufallen.
Ich verweise auf die Regeln am FlipChart. Nicht auslachen? “Ach, das bezieht sich doch nur auf das Lernen hier!” sagt einer. “Ich will doch nicht ausgelacht werden, wenn ich hier etwas falsch sage.” – Ach so. Jetzt scheint das Gelächter einigen doch sehr unangenehm zu sein. Aha.
Als wir zur Mittagspause gehen liegt das Kissen noch auf der Kaffeebar. Als ich von der Pause zurückkomme ist es weg.
Schade, ich hätte in diesem Fall gerne die Taktiken gesehen, mit denen der Besitzer das Kissen wieder an sich genommen hat, um es dann heimlich in seinem Auto verschwinden zu lassen. ;-)

Category Management leicht gemacht mit Playmo

Montag, Juli 18th, 2011

“Das machst Du doch nicht, oder?” fragt die Kollegin vorsichtig an. “Was mache ich nicht?” – “Na, so ein Thema wie ‘Category Management’ mit Playmobilfiguren live zu erklären.” Ihre Nasenlöcher vergrößern sich vor lauter Empörung, als sie das fragt. Das mache ich auch so, wenn ich empört bin. Das haben wir also gemeinsam.
“Klar mach’ ich das, so wird es leicht fassbar und verständlich. Ich bin sicher, dass sich jedes Thema mit dem richtigen Playmo-Equipment erklären lässt.” antworte ich schon ein bisschen schnippisch, weil ich merke, dass es mir mal wieder müßig ist, Hardcore-Langweiler mal eben so in der Mittagspause vom Gegenteil zu überzeugen. Sie gibt auf und stochert in ihrem Salat herum. ’Wichtige’ Themen, wie betriebswirtschaftliche Themen des Einzelhandels, die sind bitteschön heilig und langweilig zu vermitteln. Schluss aus!

Ja, macht Ihr man schön, ich mache das anders und probiere immer wieder etwas Neues aus, weil es eben doch geht. Ich wil mich doch auch nicht langweilen. Am letzten Freitag bewiesen: Category Management kann man auch anschaulich vermitteln und genau das haben die Teilnehmerinnen als Feedback gegeben. Dankeschön! :-)

Hier ein paar Beweisfotos:

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Erstmal wird der Laden aufgebaut. Hier sehen Sie Thomas Schlenze hinter dem Tresen seines Minilädchens.

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Hinter der Backtheke steht Susanne Schlenze. Ursprünglich haben die Schlenzes die Bäckerei einem Dorf mit 2000 Einwohnern betrieben. Seit der Tante-Emma-Laden im Dorf geschlossen und der eigentliche Backbetrieb wirtschaftlich von einer Großbäckerei übernommen wurde, haben die Schlenzes die ehemalige Backstube zum Verkaufsraum gemacht. Der gesamte Laden bietet zwar ein ausreichendes Sortiment für Nahversorger, wirkt aber ganz allgemein etwas chaotisch und provisorisch.

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Tanja Bernhard, eine Freundin von Susanne Schlenze darf einen kleinen Blumentisch betreiben. Es ist nicht sicher, ob es nach einer Umgestaltung noch Platz für diese Warengruppe gibt.

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Natürlich hat das Thema auch mit Lieferanten zu tun. Stellvertretend hier mit dem einzigen Auto dargestellt, das sich in unserem Fundus befindet. Immerhin hat der Fahrer ein Handy in der Hand…

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Die Ware müsste noch einsortiert werden, aber möglicherweise ergeben sich ja gleich ein paar Änderungen?!

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Ein paar Kunden haben sich auch schon vor dem Laden eingefunden. Sie scharren mit den Füßen und hoffen, dass die Schlenzes gleich mal den Laden öffnen.

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Allen voran Opa Schneider, der immer alles besser weiß und immer der erste Kunde an der Tür ist. Man erträgt seine motzige Art geduldig-freundlich, weil er jeden Tag etwas kauft. So ist das eben im Handel.

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Der Category-Manager hat schon mal seinen Platz eingenommen. Er hat noch keine Aufgabe in diesem Projekt, aber wenigstens schon mal eine Tasse Kaffee. Gut, er könnte in der Zeit auch mal seinen Schreibtisch aufräumen…

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…vielleicht checkt er besser schon mal seine Mails. Nachher wird er keine Zeit mehr haben.

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Ich klebe den gesamten Kreislauf auf dem Tisch auf. In einem leeren Raum habe ich sechs Tische zusammengeschoben, so dass wir alles auf einen Blick vorfinden und auch an den einzelnen Stationen arbeiten können.

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Hier erfolgt später die Analyse der Warengruppen. Es liegen Klebezettel und Stifte dafür bereit.

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Dann müssen Ziele festgelegt werden.

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Platz für Strategien und …

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Taktiken.

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Dann werden die Teilnehmerinnen als Unternehmensberater aktiv. ;-)

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Die Teilnehmerinnen sortieren die vorhandenen Warengruppen zu. Sehr gute Diskussion übrigens. Die Prüfung ist branchenübergreifend, also ist es notwendig, auch mal andere Branchen kennenzulernen.

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Stärken und Schwächen werden diskutiert und stichwortartig aufgeschrieben.

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Die Ziele müssten noch mal konkretisiert werden.

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Weitere Auswertung.

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Die Diskussionen werden sehr “kreativ” und teuer, ich beschließe sicherheitshalber noch mal zwei wichtige Hinweise anzufügen.

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Nachdem alle Punkte besprochen sind, beschließen die Teilnehmerinnen auch noch den intensiven Umbau des Geschäfts. Ich beschließe sicherheitshalber schon mal den Mystery-Shopper einzusetzen, um die umgesetzten Maßnahmen zu kontrollieren.

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Nachdem sich die Teilnehmerinnen vom Lachflash erholt haben, schließe ich das Thema ab.

Fazit: Ich werde es wieder tun. Die Rückmeldung zusammengefasst: “Es war verständlich, einfach, nachvollziehbar und voll süß!” – Negativ: “Frau Dirks, Sie müssten bitte einen Espresso- oder Kaffeeautomaten beschaffen, sonst ist das nicht realistisch, schließlich hat mittlerweile jede Bäckerei ein Stehcafé oder Coffee to go.” – Ja, nee alles klar, wenn das alles ist. Werde das sofort recherchieren. :-)

Da muss man doch was machen, das kann man doch noch aktivieren! – Eine Webinar-Idee entsteht

Dienstag, Mai 3rd, 2011

Nach den letzten Webinaren, die ich aus Teilnehmer- und aus Trainersicht erlebt habe, entstand die Idee: “Da muss man doch was machen, das kann man doch noch aktivieren!”

Also scribbelte und schrieb’ ich ein paar Ideen in mein Notizbuch. Das ist ungewöhnlich, da ich sonst mit bunten Karten und Stiften plane, aber neue Medien verlangen neue Vorgehensweisen. ;-)

In diesem kleinen Blogeintrag, mit der Darstellung aller Bilder, möchte ich einfach mal zeigen, wie wichtig es ist, zunächst ALLE Ideen zuzulassen. Außerdem blicken wir in diesem Blog hinter die Kulissen und da sieht es bei mir so aus.

Das Ergebnis aus der Scribbelei: Viele Ideen und große Lust, diesen Live-Online-Workshop anzubieten.

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Vielleicht waschen Teilnehmer während des Webinars auch ihre Katze? Hund wäre sicher einfacher.
Ein Herausforderung, dieses Katzenbad, aber ich kann einfach besser Katzen zeichnen.

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Ganz schön voll…

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Ehrlich, so isses doch aber wirklich, oder nicht?!

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Wichtig ist, dies als Ideensammlung zu betrachten und zunächst JEDE Idee zuzulassen. ;-)

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Zumindest stellt jede Idee Verbindungen her, die der Lernziel-, Inhalts- und Titelfindung dienen.

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Hm, vielleicht doch etwas weniger protzig?!

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Nehmen wir einfach dies: 7 Methoden gegen den Webinarschlaf

Sind Sie neugierig, was Sie in unserem Live-Online-Workshop erwartet?
Dann laden Sie hier einfach die komplette  Seminarbeschreibung.

Wenn Sie sich ganz schnell anmelden möchten, dann schauen Sie einfach hier vorbei:

http://my.edudip.com/academy/apprenti

Ganz egal, wir freuen uns auf Sie und den Spaß, den wir mit Ihnen im Live-Online-Workshop haben werden! :-)

Prüfungsvorbereitung für Verkäufer und Kaufleute im Einzelhandel

Mittwoch, Mai 12th, 2010

Die Frühjahrs-Saison ist vorbei oder diese Schlacht ist geschlagen. Jedes Jahr aufs Neue in März-April und Oktober-November ist es wieder Thema: Prüfungsvorbereitung.

Ich gestehe: Auch wenn ich manchmal darüber fluche, dass es immer wieder dasselbe ist, mache ich das doch eigentlich ganz gerne. Seit 12 Jahren lasse ich mir jedes Jahr für diese Zeit etwas Neues einfallen, um die Themen aktivierend zu vermitteln.

Sämtliche Quizspielarten und Zuordnungsaufgaben haben wir schon ausprobiert. Selbst theaterpädagogische Methoden lassen sich für die Fachthemen (Lagerkennziffern, Kaufvertrag) hervorragend einsetzen. In diesem Jahr gab es nur wenige Neuerungen aus der Kategorie „Unterhaltung und Lernen“, weil wir im Hintergrund die Weichen für den Herbst 2010 und das Frühjahr 2011 ganz neu stellen. Gut, für die Teilnehmer macht es keinen Unterschied, das sind immer wieder andere, aber ich möchte doch immer wieder mal etwas Neues machen. 
Mir sind besonders in diesem Jahr vermehrt Verhaltensweisen aufgefallen, die mir zeigen, dass das Thema Prüfungsvorbereitung noch nicht erschöpfend bis zum Ende durchdacht ist.

Das Problem: Die Konzentration ist trotz Lernpausen und Methodenwechsel weniger vorhanden. 
Das ist auch bei anderen Themen so, mir geht es aber hier primär um die Prüfungsvorbereitung. Die Rückmeldung von Teilnehmern und Auftraggebern war durchweg positiv:

„Danke, wir haben ganz viel gelernt! Endlich habe ich das verstanden! Ach so, das Thema ist ja doch nicht so schlimm!“

Das macht mich einerseits zufrieden, aber es gibt immer wieder den Ansporn mehr zu bieten. Die Teilnehmer mit noch mehr verfestigtem Wissen aus dem Training in die Lernphase zu schicken. Ich merke, dass es mir immer einen Stich versetzt, wenn Teilnehmer sagen:

„Danke Frau Dirks, jetzt habe ich es verstanden aber ich muss es dann sowieso zu Hause auswendig lernen!“

Autsch, das mag dem einen oder anderen Leser vielleicht genügen, aber für mich ist das immer wieder ein Entwicklungsfeld. Wir haben keine hochwissenschaftlichen Themen. Die meisten Inhalte sind Anwendungswissen. Warum muss also der Teilnehmer das Wissen noch ,auswendig lernen‘? Ich finde, dass die freie Zeit, die die Teilnehmer für sich haben verdammmt knapp und wertvoll ist. Wenn sie dann für eine Woche im Seminar sitzen, sollte der höchstmögliche Output erreicht werden. Wenn mir also jemand sagt, dass er noch etwas zu Hause auswendig lernen will, dann bin ich der Meinung, dass es am Training liegt. Hier sollen, meiner Meinung nach, nicht nur einfach Lernimpulse gegeben werden. Hier soll aktiv gelernt werden. DAS ist ein Unterschied. Ich freue mich deshalb besonders über diese Rückmeldungen, denn dann ist es auch für mich ein gutes Seminar gewesen:

„O.k., ich schau‘ mir das dann zu Hause (oder im Laden, also im TUN) noch mal an. Dann fühle ich mich sicher. Ich mach‘ die Prüfungsbögen noch mal durch, damit ich auch wirklich überzeugt bin, dass ich es kann!“

Das ist ein guter Weg, denn das zeigt, dass ich meinen Job wirklich gut durchdacht erledigt habe. Das möchte ich zukünftig noch mehr hören und darum werfen wir das Thema komplett um und legen es jetzt schon mal neu auf.

Ich habe mir Unterstützung zu der Gestaltung geholt: Michael Krieg. TV-Autor und Producer wird mich als Autor unterstützen. Bisher haben wir als Referententeam für das Thema Comedy zusammengearbeitet. Aktuell überlegen wir, welche Themen sich eignen und wie man diese Themen in ein Seminarformat  (online und Präsenz) einbauen kann.

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Zukünftig werden wir in der Prüfungsvorbereitung noch mehr Elemente aus der TV-Unterhaltung einbauen und die Lerneinheiten so takten, wie im TV, weil wir glauben, dass unsere Lerner in genau diesem Rythmus aufnahmefähig sind. Wir selbst auch. Wir haben eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne und auf genau diese wollen wir mit unseren Methoden eingehen. 
Erschreckend habe ich festgestellt, dass ich selbst nach maximal drei Minuten einen YouTube-Film abbreche, weil mir das zu lange dauert. Nur wenn er wirklich spannend ist und/ oder mir einen großen Mehrwert bietet, dann bleibe ich dran. Gar nicht auszudenken, was das für ein Seminar bedeutet.

Fortsetzung folgt in den Blogbeiträgen zur apprenti-Online-Akademie.

Trainingszeit ist wertvoll oder Gruppenarbeiten sind Zeitverschwendung

Montag, April 26th, 2010

Was bedeutet das konkret?

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Nicht die Aufgabe oder das Arbeiten an sich ist hier gemeint, sondern einfach, die Zeit, die ‘zwischen den Gruppen’ verloren geht.
Die Gruppen arbeiten konzentriert an der Aufgabe. Vorausgesetzt, die Gruppe hat das Gefühl, es handelt sich um eine ‘sinnvolle’ Aufgabe. In diese Kategorie fallen Aufgaben, zu denen die Teilnehmer wirklich etwas erarbeiten und nicht etwa vorgekaute Texte aus Skripten nur noch mal an den richtigen Stellen zusammenfassen und bunt gestalten, weil dem Dozenten oder Trainer nichts Besseres einfällt. Das gibt es ja leider auch viel zu oft.

Setzen wir nun voraus, dass es sich um eine sinnvolle Gruppenaufgabe handelt. Aus Ihrer Erfahrung wissen Sie, dass die Gruppen unterschiedlich schnell mit der Aufgabe fertig sind. Das ist völlig normal. Was macht man mit dieser Zeit? Hier mal 5 Minuten, da mal 3 Minuten und bei dieser Aufgabe noch mal 5 Minuten. Da kommt im Laufe einer Seminarwoche ganz schön was zusammen. Schade um die Zeit. Die Teilnehmer finden es oft gar nicht schlimm, ein bisschen mehr Zeit zum Quatschen zu haben. Manchmal wird auch der Trainer ausgefragt. Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal in der Situation gesteckt und sich über diese kleine Plauderei gefreut? ;-)

Aber: Trainingszeit ist kostbar! Für diese Fälle setze ich seit neuestem bewusst auf die so genannten “Lernquickies”. Das ist nicht neu und ich möchte damit das Rad auch nicht neu erfinden, dennoch achte ich jetzt einfach bewusst darauf, dass ich für die Schnellen der Gruppe etwas vorbereitet habe. Ich habe das in der Vergangenheit immer schon mal ausprobiert und eingesetzt, aber nie bewusst geplant und aufgeschrieben. So hat es eben mal besser, mal schlechter funktioniert.

Was genau sind denn diese Lernquickies?
Lernquickies sind kurze themenbezogene Aktivitäten für Teilnehmer, um Leerlaufzeiten im Seminar, z.B. durch Gruppenarbeiten, aktiv zum Lernen zu nutzen. Das gilt auch für die Zeit vor Beginn des Seminars und für die Zeit nach den Pausen, wenn noch nicht alle Teilnehmer wieder im Raum sind. Auch kurze Pausen könnten je nach Aktivität genutzt werden.

Der Lernquickie

  • verbindet alle Teilnehmer, sowohl diejenigen, die schon früher anwesend sind, mit denen, die später ankommen.
  • leitet die Gedanken zum Thema, von dem Moment an, in dem der Teilnehmer den Raum betritt.
  • ermöglicht es, die gesamte Lernzeit themenbezogen zu nutzen.
  • ermöglicht es dem Teilnehmer, eine Inventur durchzuführen: Was weiß ich schon zum Thema? oder Was habe ich heute zum Thema gelernt?
  • ermöglicht einen anderen Blick auf das Lernmaterial

Ein paar Tipps für “schnelle Teilnehmer”:

Lernquickie 1: “Wenn Sie mit der Aufgabe fertig sind, dann diskutieren Sie in Ihrer Kleingruppe, was Sie in dieser Aufgabe gelernt haben und was Sie mit dem Gelernten anfangen werden.”

Lernquickie 2: “Wenn Sie fertig sind, dann schreiben Sie drei (fünf, sieben) wichtige Dinge auf ein FlipChart, die Sie mit dieser Aufgabe gelernt haben.”

Lernquickie 3: “Sind Sie schon fertig? Dann schauen Sie noch mal an, was Sie aufgeschrieben haben und machen sie eine Liste der besten Ideen, die Sie gelesen haben.”

Lernquickie 4: “Wenn Sie fertig sind, dann schauen Sie doch einfach mal ganz still bei den anderen Gruppen zu, die noch arbeiten. Bitte fragen Sie die Gruppen vorher, ob das für sie o.k. ist.”

Lernquickie 5: Schreiben Sie ein FlipChart mit einer Liste unterschiedlicher Aktivitäten für schnelle Teilnehmer. Hängen Sie sie im Seminarraum auf. “Wenn Sie früher mit der Aufgabe fertig sind, dann wählen Sie bitte eine Aktivität von diesem FlipChart.” –> Oh, da können Sie auch ein tolles FlipChart (oder mehrere?) vorbereiten, das Sie mehrfach verwenden können. Welche Ideen haben Sie dazu? :-)

Lernquickie 6: “Früher fertig mit der Aufgabe? Finden Sie ein oder zwei andere Teilnehmer, die auch schon mit der Aufgabe fertig sind und sammeln Sie, wie Sie das Gelernte in der Praxis umsetzen können. Halten Sie Ihre Ideen auf einem FlipChart fest.”

Lernquickie 7: “Wenn Sie bereits fertig sind, dann gestalten Sie eine Metapher/ eine Geschichte für das bereits Gelernte.”

Lernquickie 8: “Wenn Sie eher fertig sind, dann überlegen Sie, was Sie heute gelernt haben und machen Sie eine Namensliste der Kollegen, mit denen Sie dieses Wissen teilen wollen.”

Lernquickie 9: Schreiben Sie auf ein FlipChart (oder eine Folie) drei Fragen, die sich auf die Hauptaufgabe beziehen, diese z.B. ergänzen: “Wenn Sie mit der Aufgabe fertig sind, dann schreiben Sie Ihre Antworten zu diesen drei Fragen auf Moderationskarten und besprechen Sie sie mit anderen Teilnehmern, die bereits mit der Aufgabe fertig sind.”

Lernquickie 10: “Wenn Sie mit der Aufgabe fertig sind, dann schreiben Sie eine Frage auf eine Seite einer Moderationskarte, die Antwort auf die andere Seite. Stellen Sie sich gegenseitig die Fragen und versuchen Sie sie korrekt zu beantworten.” –> Sie können die Karten mit den Fragen auch einsammeln und ggf. später im Seminar einsetzen.

Diese Aufgaben sollen nur sehr kurz sein und nur kurz oder gar nicht ausgewertet werden. Wichtig ist, dass sie die FlipCharts mit den Informationen, die Sie nicht direkt auswerten, während der gesamten Zeit im Seminarraum hängen lassen. Sicher können die Charts im Laufe des Seminars immer noch ergänzt werden. Oder die Antworten können im informellen Teil noch weiter diskutiert und besprochen werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren. Welche Ideen haben Sie zur Ergänzung?

Handelsassistenten-Spezial 2: Keine Lust zum Lernen? – Nervprogramm gefällig?

Montag, März 29th, 2010

Ich lese gerade bei Facebook, dass heute für einige Teilnehmer der “Lernurlaub” anfängt. Das ist ein guter Plan. :-)

Aber ich lese auch, dass die Motivation nicht allzu hoch ist. Aus eigener Erfahrung kenne ich die Aufschieberitis: “Ach, es sind ja noch drei Wochen bis zur Prüfung! Da hab’ ich ja noch Zeit!” – Das Problem: am Ende muss man in vielen Bereichen großen Mut zur Lücke haben. Kein sicherer Plan, der oft nur Mittelfeld beschert und am Ende ist es wieder mal ärgerlich: “Hätte ich doch nur…”
Jetzt zeigt sich doch noch der Mutterinstinkt für meine Teilnehmer. Au Backe!

Zufällig habe ich ein so genanntes “Nervprogramm” gefunden, das immer wieder zum Lernen animieren soll, auch wenn man z.B. mit viel wichtigeren Dingen im Internet unterwegs ist. Auf Facebook gar, oder bei StudiVZ, beim Ostergewinnspiel der Sparkasse usw. Ich kann das nur zu gut verstehen. ;-)

Popling Screencast from rob rhyne on Vimeo.

Hier ist der Link zur Webseite: http://www.popling.net/

Vielleicht einfach mal testen.

Das interesanteste Programm in dieser Form ist für mich aber immer wieder dieses: http://www.cobocards.com/
Jetzt sogar mit App fürs iPhone. Also wirklich, moderner geht’s kaum.

Viel Spaß beim Lernen und alles Gute für die Prüfung!

Live aus dem Seminarhaus oder Wenn Seminarhäuser kein TV haben…

Dienstag, Januar 5th, 2010

Guten Abend, ich melde mich heute live aus dem Seminarhaus, das leider ohne TV, aber glücklicherweise mit Internet ausgestattet ist.

Die Teilnehmerinnen habe ich mit aktivierendem Lernen zur Strecke gebracht. Mit letzter Kraft haben sie noch die örtlichen Shoppingtempel erklommen, nur um dann festzustellen, dass diese bereits unverschämt früh (19:00 Uhr!) schließen. Bei einer Seminardauer bis 18:00 Uhr, gab es dort nicht mehr viel zu ergattern. Völlig entkräftet sind sie zurückgekehrt, um müde in ihre Bettchen zu fallen.
Genug Zeit, um noch mal im Traum die vorangegangenen Lerninhalte zu verarbeiten.
Warum schreibe ich das?
Ich möchte einfach mal meine ‘Bikablomäßig’ gestalteten FlipCharts präsentieren.
Quatsch! Mir fehlt einfach der Fernseher in meinem Zimmer.

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O.k., ich habe schon mal schönere Begrüßungs-Charts gemalt. Muss mich jetzt im neuen Jahr erstmal ‘einmalen’.

Wie wäre es damit?

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Eindeutig erkennbar ist hier (am Männchen mit dem Diamantenkoffer), welches geballte wertvolle Wissen in diesem Seminar wegzuschleppen ist.

Das nächste Chart ist ein MUSS für AL-Trainer, denn die Teilnehmer legen Regeln fest, die für das gemeinsame Lernen bindend sind. Da führt kein Weg dran vorbei.

Voilà!

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Jetzt können wir endlich am Thema ‘Team’ arbeiten. Nach zwölf Minuten ist es der Gruppe gelungen, drei Achtknoten in dieses Seil zu knoten. Zwölf Minuten, das hat bei mir bisher noch keine Gruppe geschafft. Demnächst mehr zu dieser Übung…
Hier noch mal das Beweisstück:

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Bevor es in die nächste Teamaufgabe geht, ist es noch wichtig, dass jedem Gruppenmitglied klar ist, was wichtig für die Zusammenarbeit im Team ist.

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Da alle wirklich alle Regeln beherzigt haben, war es möglich, diesen sensationellen Turm mit dem Metalog-Material ‘Magic Tower’ zu bauen.
Sensationell, oder?
Auch diese Aufgabe hat die Gruppe (3. Ausbildungsjahr, Kauffrau im Einzelhandel) unglaublich schnell gelöst! Ich bin begeistert, Mädels! Macht bloß weiter so!

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Fortsetzung folgt…

Rezension: Axel Rachow (Hrsg.) – Spielbar III

Sonntag, Juni 7th, 2009

„Das sind ja alles schon bekannte Sachen. Das habe ich auch schon mal alles gemacht! Warum soll ich mir denn die Spielbar III kaufen?” höre ich die kritischen Stimmen, der besserwissenden Trainer und Referenten, die angeblich immer schon alles so umsetzen, wie es in den Methodensammlungen steht.

Viele Übungen sind mir auch bekannt. Das Interessante für mich ist, dass die Trainer, die diese Übungen jeweils zur Verfügung stellen, die Übungen entweder ganz anders angeleitet, ausgewertet oder für komplett unterschiedliche Themen eingesetzt haben. So ergibt sich für mich wieder ein völlig anderer Blick auf die jeweilige Übung und es öffnet sich ein neuer Fundus an Übungen für meine Arbeit. Die Spielbar III lädt analog den Teilen I und II auch wieder zur Kreativität und zum einfachen Nachmachen ein.

Durch die detaillierte Struktur im 1. Teil des Buches findet sich der Leser schnell zurecht und kann gezielt für den aktuellen Bedarf eine Übung recherchieren.

Besonders gut gefällt mir an der Spielbar III, dass die Übungen teilweise mit Fotos versehen sind, die die Details der Methoden erläutern. Ebenso hilfreich sind die Bilder der Visualisierungen einzelner Trainer, z.B. auf Flip-Charts oder Lernplakaten. Gerne profitiere ich auch davon. Methodensammlungen verhindern, dass „das Rad zweimal erfunden werden muss”.

Fazit: Auch, wenn Sie schon viele Methodensammlungen besitzen. Diese eine sollten Sie sich auch unbedingt noch kaufen.

51tcujyn6ol_sl160_Spielbar III: 60 Trainer präsentieren 83 frische Top-Spiele aus ihrer Seminarpraxis

Rezension: Zamyat M. Klein – Das tanzende Kamel

Samstag, Juni 6th, 2009

„Schön, ein neues Methodenbuch. Soll ich mir wirklich ein neues Methodenbuch kaufen?”, denke ich, während ich die Reihe mit Methodenbüchern in meinem heimischen Bücherregal entlang flaniere. Ich liebe Methodenbücher.

„Habe ich nicht schon alle Methodenbücher? Zamyat M. Klein. Das ist doch die, die auch diese Kreativ-Methodenbücher geschrieben hat, die sich auch in meiner Bibliothek befinden. Was soll denn da jetzt noch Neues kommen?”, denke ich noch, während ich schon den Knopf betätige, der meine Online-Buchbestellung abschließt.

Endlich halte ich das Buch in den Händen. Beim Lesen der ersten Seiten fühle ich mich ertappt, ja geradezu beobachtet. Hatte ich mir doch während der Bestellung noch die Frage gestellt, ob ich das Buch brauche. Zamyat M. Klein beantwortet genau diese Frage zu Beginn des Buches.

Sie hat mich durchschaut. Ich muss gestehen, sie führt wirklich stichhaltige Gründe an, warum ich gerade auch noch dieses Buch brauche. Im ersten Teil erläutert Sie, welchen Nutzen der Leser – Anwender – Trainer davon hat, wenn er Übungen im Seminar einsetzt.

Dieses Kapitel hat einen Doppelnutzen: 1. es überzeugt mich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und 2. liefert dieses Kapitel auch Argumente für die Nutzenargumentation „PRO – Aktivierendes Lernen” beim Kunden (Zamyat Klein ist Suggestopädin und das passt auch zu meinen Ideen in Bezug auf Lernen).

Im 2. Teil beschreibt die Autorin die einzelnen Methoden unter der Überschrift „Spielebasar”. Viele der Methoden kenne ich schon, habe sie zum Teil selbst auch schon mal ausprobiert. Gegen einige der Übungen habe ich mich vielleicht auch bisher gesträubt. So wie sie mir hier erklärt werden, kann ich es kaum erwarten, die Methoden selbst auszuprobieren, denn jeder Übung ist auch noch ein zusätzliches Praxisbeispiel, eine zusätzliche Variante zugeordnet. Diese Variante beflügelt einerseits meine Kreativität, die Übung im eigenen Training noch weiter zu verändern. Andererseits übernehme ich die Übung für meine eigenen Trainings. Besonders gut gefällt mir, dass der größte Teil der Übungen auch für Fachtrainings geeignet ist. Darum sollten auch Fachtrainer unbedingt da Buch lesen.

Im 3. Teil des Buches findet sich der so genannte „Stabil-Baukasten”. Die Autorin fasst hier die wichtigsten Grundlagen zusammen, die ein Trainer benötigt, um selbst Spiele im Seminar zu gestalten. Die Autorin fordert einfach zum „Machen” und zum „Ausprobieren” auf. Interessanterweise gelingt es der Autorin, die wichtigsten Punkte auf wenigen Seiten darzustellen. Besonders gut gefällt mir die Idee, verschiedene Methoden auf Plakaten festzuhalten und sie einfach im Raum aufzuhängen. Als ich das lese, habe ich gleich schon wieder neue Ideen entwickelt.

Das Buch ist sehr „visuell” geschrieben. Ich konnte alle Beschreibungen gut nachvollziehen, weil ich in meinem „Kopfkino” genau sehen konnte, wie die Teilnehmer diese Übung durchführen. Für Leser, die dieses Kopfkino nicht empfangen können, gibt es die Übungen auch noch auf der dazu passenden DVD. Einige Übungen stehen aber auch als Download-Film mit den Zugangsdaten aus dem Buch auf der Webseite des Verlages zur Verfügung.

Warum heißt das Buch denn „Das tanzende Kamel”? Was hat das Kamel mit Seminarmethoden zu tun? Das müssen Sie schon selbst herausfinden. Ich schlage vor, dass Sie das Buch gleich mal hier bestellen.
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